Beyond Tellerrand

Ausfahrt ins Herzogtum Lauenburg

geesthacht

Freitags wird nicht gearbeitet. Hatte ich mal gesagt. Heute morgen hat es aber aus Eimern gegossen, also hab ich bis zum Mittag ein bisschen klarschiff in meinen Projekten gemacht. Punkt zwölf riss der Himmel auf und ich stand abfahrbereit vor der Tür.

Die letzten zehn Einheiten hab ich mehr oder minder auf derselben Strecke gemacht. Heute wollte ich mal einen südöstlichen Kurs Richtung Lauenburg einschlagen.

Also hieß es mal wieder raus aus der Stadt. Zuerst über Winterhude und Berliner Tor Richtung Elbbrücken. Hier ist leider viel stop-and-go. Dann noch durch den Entenwerder Park schließlich auf den Kaltehofer Hauptdeich. Ich hab lange nach einem stressfreien Weg gesucht und mich zig mal verfahren, aber mit dieser Route kann ich leben und nach 15km gibt es keine Ampeln mehr.
Nachdem ich bei der Tatenberger Schleuse um die Kurve Richtung Vier- und Marschlande bin, hat es mich allerdings fast vom Rad gefegt. Und dann erinnerte ich mich an die Ausrufezeichen in der Wetter-App. Unwetterwarnung und Sturmböen bis zu 75km/h. Mit Wind kann ich grundsätzlich leben, aber das war echt Nummer größer. Es ist dann auch nochmal was anderes auf einem Renner mit 8 Bar und Aero-Laufrädern zu sitzen. Der Wind packt dich von der Seite, drückt dich in den Gegenverkehr oder wirft dich gnadenlos um. Hat er aber nicht, denn nach ca. 800 Metern bin ich um die Kurve nach Osten. Ab dem Zeitpunkt hatte ich den Wind genau im Rücken, also volle Schubrakete. Es war schon ziemlich geil, mit 40 Klamotten elbaufwärts nach Geesthacht zu knüppeln- wohl wissend, dass sich der Nachhauseweg alles andere als lustig gestalten würde. So sollte es denn auch sein. Als ich nach genau 60 Kilometern das Rad wendete, war der Spaß vorbei. Mit einen Schnitt zwischen 21 und 26km/h hab ich mich zurück nach Hamburg gequält. Beine und Puls waren ok, aber es war schon ziemlich heftig.

Trotzdem: Die Strecke war super idyllisch und sehr ruhig. Das werde ich im Sommer wiederholen. Vielleicht ist Christian dann auch dabei.

Trainieren wie die Profis? Lieber nich…

Unser Trainer hat immer gesagt: Ihr lest zu viel und fahrt zu wenig. Damit hatte er total Recht; er meinte allerdings nicht Fachliteratur sondern einschlägige Bike-Magazine.
Heute versuche ich beides. Also Trainieren mit fachlich fundierterem Hintergrund. Das Material finde ich nach wie vor zweitrangig.

Während ich also aus purer Neugier in Trainingsplänen der Profis schmökere, stoße ich auf folgende Zeilen:

7 Stunden langes Ausdauertraining mit Tempowechseln. […] Wenn möglich, während der letzten beiden Stunden hinter einem [sic] Motorrad. Während dieser beiden letzten Stunden Stufe AAT 2.

Paul Van Den Bosch

WOCHENkilometer: 950-1000.
Und jetzt kommt ihr!

Und ab geht die Post!

Perfektes Schwellentraining

Sonntag. Blauer Himmel, das Quecksilber zeigt 14 Grad. Die Familie ist beschäftigt. Da muss ich nicht überlegen: It’s time for biking.
Es war zwar noch kein Kurze-Sachen-Wetter, aber auch die zwei Schichten weniger machen sich schon bemerkbar. Die erste halbe Stunde aus der Stadt raus bedeutet immer erstmal ruhig und locker bleiben. Aber gleich hinter dem Ortsschild habe ich angefangen, konsequent meine 110-112 Umdrehungen zu fahren. Genau der Bereich, wo es bei mir noch einigermaßen sauber aussieht.

Mir wurden in der Jugend hohe (!) Trittfrequenzen indoktriniert und bis heute bin ich tief überzeugt (!) von deren Nutzen. Wie Lance Armstrong „gehämmert“ hat, muss ich nicht erwähnen. Fast immer, wenn mir andere Fahrer – besonders Triathleten – begegnen, muss ich mich über die gefahrenen Übersetzungen und die eben nicht hohen Frequenzen wundern. Da liegt dann vorne fast immer der dicke Kuchen auf, der Fahrer hängt im Untergriff auf seinem 6-Kilo-Bike und es wird gedrückt, bis die Kniescheibe rausspringt. Sobald die erste Steigung kommt, kommt mit Sicherheit auch der Einbruch, weil durch die dicke Übersetzung jegliche Geschmeidigkeit und Dynamik fehlen. Und um die Beine noch saurer zu fahren, wird dann der Wiegetritt eingeläutet. Cui bono?

Und jetzt kommt der eigentliche Clou. Wenn man die hohen Frequenzen sauber und lange fahren kann und dann (erst dann) dickere Gänge auflegt: dann bekommt man richtig Speed. Ich hätte nicht gedacht, dass es heute schon so gut läuft. Hab immer wieder kleinere Temposteigerungen eingebaut und konnte leicht einen 30er Schnitt fahren. Essen musste ich gar nix. Es lief wirklich sehr gut. Aus den geplanten 50km sind dann zwar 85km geworden, aber darüber beschwer ich mich bestimmt nicht. 🙂

Valentinstag

Zur Feier des Tages habe ich mir und meinem Rad (Miguel) eine lange Ausfahrt geschenkt. Das schöne Vorfrühlingswetter machte die Entscheidung leicht.

Damit es nicht wieder nur dröges GA1 wird, habe ich ein kleines Spielchen eingebaut. Und zwar hatte ich mir vorgenommen, möglichst immer grüne Welle zu fahren. 🙂
Das ist besonders im Hamburger Stadtverkehr nicht immer einfach. So musste ich einige male spontan den großen 53er-Kuchen auflegen, um noch bei dunkelgelb über die Kreuzung zu preschen. Hat mitunter großen Spaß gemacht. Leider habe ich später die entsprechende Rechnung bekommen. Bin halt etwas zu dynamisch losgefahren. Große Scheibe, Wiegetritt und Sprints passen dann eben doch (noch) nicht zu einer 120km Tour. Schlussendlich lief es aber ganz gut, so dass ich nach vier Stunden meine Pasta genießen konnte.

Ach ja, ich bin schon wieder an diesem tollen Schild vorbeigekommen. Hat schon mal jemand dort geparkt?

Tage wie diese…

Diese Woche lief nicht ganz optimal. Es waren einfach zu viele Baustellen.

Leider gibt es neben der schönsten Nebensache der Welt – dem Sport – auch noch andere Dinge, die Aufmerksamkeit verlangen und manchmal auch richtig Kraft kosten. Zu nennen wäre da zum Beispiel die Arbeit. Als Freelancer neigt man anscheinend dazu, regelmäßig zu viele Projekte anzunehmen. Je komplexer einzelne Aufgaben werden, desto eher rennt man auch mal in eine zeitliche Falle. Und dann kann es passieren, dass sich irgendwann eine große Welle vor dir auftürmt, die schon anfängt zu schäumen. So war es diese Woche. Eine Mail bearbeitet, schon sind vier neue nachgewachsen. Echt zum verrückt werden.
Dieses mal konnte ich noch in letzter Sekunde davon kraulen, aber es hat tierisch Kraft gekostet. Zur Mitte der Woche war ich dermaßen platt und fühlte mich echt krank. Dazu kamen Dunkelheit und Regenwetter. Kilometer hab ich großartig keine gesammelt, immerhin hab ich zwei gute Läufe gemacht und eben war ich noch beim Kieser-Training. Jetzt muss ich aber erstmal auf die Couch. Morgen geht die nächste Woche los und die muss ich deutlich besser takten.

Noch 150 Tage

Seit meiner Anmeldung im Oktober ist nun einiges Wasser die Elbe runtergelaufen und der Countdown zählt die Tage fleißig Richtung Null.

Das Projekt BC Bike Race wird nach und nach schärfer vor meinem inneren Auge und es stellt sich das Gefühl ein, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Was hat sich also bisher getan?
Erstmal hab ich ein neues Rad bestellt. Dann habe ich regelmäßiges Training in den Alltag eingebaut – im Januar immerhin knapp 700km. Auch wenn es nicht ganz leicht fällt, mich vom Marathonlaufen zu verabschieden.
Um das Wintertraining etwas zu versüßen, habe ich schon mal eine Woche Rennstall auf Mallorca gebucht. Zur Mandelblüte über die leere Insel zu zischen, ist einfach nur traumhaft. Die fehlenden Höhenmeter kann ich dann auch nachholen.
Ja und dann habe ich mit STEVENS einen „Sponsor“ gefunden, das freut mich besonders.

Meine größte Sorge, als einziger Deutscher anzutreten, hat sich nicht bestätigt. Ich habe zwei Jungs aus Gummersbach gefunden, die genauso verrückt sein müssen wie ich.

Seit letzter Woche ist nun auch endlich die Reise an sich gebucht. Also Flüge, Camper und ein bisschen drumherum. Wir wollen ja nach dem Rennen auch noch Familienurlaub machen. Es gibt noch viel zu tun, aber es bleibt definitiv spannend.
Keep on riding!

Fast

hat es mich erwischt.

Der Albtraum eines jeden Radsportlers: Die Kollision mit einem anderen Fahrzeug.
Es gibt ja nicht überall feingeteerte, drei Meter breite Radwege; also muss man – alleine schon um Defekten oder permanentem Stop-and-Go vorzubeugen – auch mal auf der Straße fahren. In Hamburg wurden sogenannten Schutzstreifen eingeführt, um Autos von Radfahrern (zumindest optisch) zu trennen.
Das Szenario heute morgen in Foolsbüddel war so: Links neben dem Schutzstreifen parkte ein Geldtransporter und blockierte die ganze rechte Fahrbahn. Der Schutzstreifen aber war frei. Und da ich in der Regel nicht viel Zeit habe zu entscheiden, sah ich eine verlockende Gasse rechts neben dem Transporter und den dicht an dicht parkenden Autos.

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Schlamm. Schlacht.

Getreu dem Motto „trainiert wird bei jedem Wetter“ war ich heute ein bisschen im Alstertal unterwegs. Gut, es war zwar nicht British Columbia, aber die Bedingungen waren zumindest schon mal richtig anspruchsvoll: Regen von oben und komplett aufgeweichte Böden unten. Laub und Wurzeln schön glatt, ideal zum Hinschmeißen. Habe ich dann auch gleich zweimal „geprobt“. 🙂
Vor lauter Straßentraining hatte ich schon fast vergessen, dass das BCBR ja ein Mountainbike-Rennen ist. Und knapp 40km im Matsch sind besser als nichts.

Stumpf!

Die heutige Runde war speziell. Erstens weil es keine Runde war (50km geradeaus, drehen und wieder 50km geradeaus) und zweitens war es so erbärmlich kalt, dass ich zwischenzeitlich an mir zweifeln musste. Die Beine waren zwar super, aber ohne Mos Def und Ice Cube wäre ich definitiv nicht nachhause gekommen.
Zumindest weiß ich jetzt, dass ich so schnell nicht mehr nach Bad Segeberg muss.