Pre-boxing

Fast perfekt

Bevor ich mein brandneues STEVENS Jura Carbon SL ausgiebig einfahren kann, muss es auch schon wieder eingepackt werden. Ein gutes Nachmach-Video zum Bike Traveln habe ich hier gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=u9Y6QylKPng

Ich habe leider nur das klassische evoc bike travel bag , das für 29″ etwas knapp ist. Aber es passt alles rein. Luftdruck von den Reifen muss etwas runter, aber nicht ganz – sonst hat man die Milch im Sack. Grrrr…

Bike auspacken und wieder aufbauen dauert ca. 30min. – und ab geht die Post….

Frame
Vorderrad
Hinterrad

Noch 14 Tage

Nerven liegen blank!

Zwei Stürze binnen neun Tagen. Was ist los mit mir?

Heute war ein sehr warmer Tag. Um den Kopf etwas frei zu kriegen, bin ich schon am frühen Nachmittag aufs Rennrad. 100km erweitertes Grundlagentraining sollten drin sein und wenn ich dann zuhause wäre, wäre tatsächlich auch mein Mountainbike zur Abholung bereit. In echt jetzt!

Also bin ich meine Standardrunde nach Norden aus der Stadt raus und dann nach Osten. Es war zwar super schwül, aber alles lief wie am Schnürchen. Dann kamen immer mehr dunkle Wolken und als ich nach Bad Oldesloe reinkam, waren die Straßen nass.

Naja und dann kam der Kreisel. Kreisel zu fahren, ist nicht einfach; zugeben würde das natürlich niemand. Man will nicht mehr als nötig abbremsen, dafür muss der Innenkreisel frei sein. Man will idealerweise gleich am Scheitelpunkt weitertreten. Dazu müssen die Pedale aber an der richtigen Stelle sein. Alles easy, wenn man die Strecke kennt. Bei nasser Fahrbahn sieht das aber komplett anders aus. Kaum legst du dich etwas zu stark in die Kurve, geht das Vorderrad (7-8 bar) sofort weg.

Jogi Löw würde es Standardsituation nennen.

Tja, und dann hab ich mit knapp 40 Sachen einmal komplett die Straße vermessen. Schürfwunden von der Schulter bis zum Knöchel. Ich bin sogar auf dem Helm geknallt. Scheiße, scheiße, scheiße.

Ich habe mein Rad aufgerichtet und bin wie ein reumütiger Hund die verbleibenden 40 Kilometer nachhause. „Ansonsten“ ist zum Glück nix passiert.

Geraffel

Was man so alles braucht

Wenn am 4. Juli der Startschuss fällt, startet natürlich auch ein digitales Rennen. Viele wollen Fotos und Videos oder zumindest die Strecke per GPS tracken, um im Anschluss ihre Leistungen anderen zeigen zu können.

Ein bisschen Geraffel ist auch bei mir zusammengekommen. Ich werde meinen Radcomputer mitnehmen und wohl auch meine Uhr. Beide Geräte können GPS aufzeichnen und die Herzfrequenz hab ich dann auch noch.

Weil ich so ein Mega-Event vielleicht nie wieder bestreiten werde (wer weiß), habe ich mir vorgenommen, jeden Tag einen kurzen Bericht zu schreiben. Und dann hatte ich die Idee, die wichtigsten und epischsten Abschnitte mit der GoPro festzuhalten. Das wird nicht ganz einfach, weil Akkuleistung und Speicherplatz immer ziemlich dynamisch sind. Jedem Renntag spendiere ich eine 128GB Karte. Ersatzakkus habe ich auch. Also werden ein paar coole Bilder ganz sicher rausfallen. 🙂

Planning is everything. Plans are nothing.

Die letzten 45 Tage…

Hätte ich im letzen Sommer gewusst, was die Teilnahme am BCBR und der anschließende Urlaub für ein Orga-Move werden würde, dann hätte ich mich nicht trotzdem angemeldet.

Seit meiner Anmeldung Ende letzten Jahres hatte ich ja nur zwei Dinge im Kopf: Ausreichend Training und ein richtig cooles Bike. Das mit dem Training hab ich halbwegs in den Griff bekommen. Immerhin hab ich 3.000km Vorbereitung auf der Uhr. Mehr geht immer, klaro.

Das mit dem coolen Bike ist schon nicht mehr ganz so einfach. Im Dezember bestellt, für April avisiert. Dann KW21, jetzt KW24. Das Rennen startet in KW27. Also hätte ich besten Fall zweieinhalb Wochen, um mich an den neuen Hobel zu gewöhnen.

Da selbst mir das zu knapp ist, habe ich seit dieser Woche zumindest ein Plan-B-Bike. Dafür bin ich mal schnell Richtung Osnabrück gedüst und hab von meinem lieben Buddy Thomas mit viel Vitamin B ein Pool-Rad von STEVENS geholt. Ein Jura Carbon ES mit XT und DI2. Damit könnte ich leben und zur Not auch in Kanada starten.

Damit nicht genug. Das Rad muss als Sperrgepäck sicher verpackt und transportiert werden. Also habe ich mir ein Evoc Bike travel bag organisiert (Danke Armin!) und den Flug durch KLM organisiert.

Für die ersten beiden Tage bis ich ins Basecamp darf, brauche ich ein Hotel – idealerweise in der Nähe der Registration. Das letzte Zimmer im Holiday Inn in North Vancouver. Check! CAD 871,70. Schluck!

Es gibt ein wunderbares Packing-Video von Mister Hestler persönlich. Neben diversen Bike-Klamotten brauche ich ein ordentliches Sleeping-Pad und einen Minus-10-Schlafsack. Trillerpfeife (FOX40) und wasserfeste Streichhölzer hab ich natürlich schon. Dem ganzen Technik-Geraffel (GoPro und Co) werde ich einen separaten Post widmen.

Natürlich muss man auch einen Medical Check machen. Neigen Sie zu epileptischen Anfällen, haben Sie eine Herzschwäche, psychische Probleme, …? Meine Tetanus-Impfung ist leicht veraltet und muss erneuert werden.

Wenn am Day 7 die Family kommt, um den stinkenden Papa in Squamish in Empfang zu nehmen, brauchen wir ebenfalls ein Hotel. 3 Nächte. Check. Im Anschluss dann die RV-Übernahme (Recreational Vehicle) in North Vancouver. Dort müssen wir hinkommen mit mindesten zwei großen Koffern und dem Bike.

Im Juli ist Hochsaison, also müssen wir die Camp Grounds bereits jetzt reservieren, sonst haben wir abends keinen Stellplatz. Also müssen wir uns bereits jetzt für eine grobe Route entscheiden. West-Kanada ist gefühlt komplett durch Fjorde getrennt. Mindestens alle 100 Kilometer gibt es eine Überfahrt, für die man einen Fährplatz reservieren muss. Und so geht die Liste der ToDos endlos weiter…

Glaubt mir, es ist der Wahnsinn.

Generalprobe verkackt

Und trotzdem viel gelernt.

Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

Ein Mountainbike-Marathon mit einer Strecke von 70km und 1.800hm sollte doch machbar und die beste Möglichkeit sein, seine – also meine – aktuelle Form zu testen.

Vorgestellt hatte ich mir eine Platzierung unter den ersten 15. Als dann Punkt neun der Startschuss fiel, wurde ich im Wortsinn schnell eines Besseren belehrt.
Sobald wir die Stadionrunde hinter uns hatten, ging es mit hohen Tempo los. Die ersten Kilometer mussten wir gnadenlos hoch, hoch und weiter hoch. Die Böden waren schön aufgeweicht und die Temperatur lag bei 1 oder 2 Grad. Die Jungs um mich herum schien das nicht zu stören. Mir aber war kalt, sehr kalt. Ich brauche immer ca. eine Halbe-/Dreiviertelstunde, bis die Aggregate einigermaßen hochgefahren sind. Dafür war es heute definitiv zu spät. Gefühlt alle fuhren an mir vorbei- das war echt grausam. Eine weitere Tatsache war, dass ich zu wenig gefrühstückt hatte und der Magen schon jetzt rebellierte. Als Ergebnis fühlten sich meine Beine wie Gummi an.

Was passierte hier? Wo war der ganze Druck hin?

Nach der ersten Schiebepassage hoch zum Steinbergsee fühlte ich mich so gedemütigt, dass ich kurz vorm Aufhören war. Der Puls kam einfach nicht zur Ruhe und mir war kotzübel. Zum Glück kamen dann ein paar mörderisch geniale Abfahrten und ich konnte wieder einige Plätze gutmachen. Nichtsdestotrotz blieb es dabei, dass ich immer wieder von hinten überrollt wurde.
Es folgten lange leicht ansteigende Ziehwege und so langsam wurde ich wärmer. Die Strecke war im Prinzip traumhaft und genau mein Ding, aber es wollte sich kein Flow einstellen. Und immer wieder Schnee…

Das alles erinnerte mich an die Amateurrennen in den Neunzigern. Eine hohe Leistungsdichte und jede Menge Geballer. Klar, es waren ja auch viele Lizenzfahrer am Start. Aber so eine Diskrepanz. Boah..

Halbwegs würdevoll habe ich es nach 35km zurück ins Ziel geschafft. Als der Stadionsprecher meinen Namen mit der Ankündigung ausrief, dass ich nun auf die zweite Runde gehen würde, bin ich einfach rechts rausgefahren und direkt zur Dusche. 😉
Nicht mit mir. Nicht heute. Im Nachhinein hab ich es ein bisschen bereut. Irgendwie hab ich schon gekniffen und irgendwie war ich zum Schluss ja doch warm. Jetzt weiß ich aber, welche Hausaufgaben noch zu tun sind.

Das Rennen hatte aber auch was Positives. Ich konnte auf wunderbarem Material fahren (Danke Olaf again) und weiß jetzt, dass dieser Bike-Typ für Kanada perfekt sein wird. Vor allem bergrunter war ich vielen anderen überlegen und konnte mich voll auf Reifen, Dämpfer und Bremsen verlassen. Ein völlig neues Erlebnis. Für die Kollegen mit ihren Sechseinhalb-Kilo-Hardtails war die Strecke jedenfalls nix. 🙂

Ach ja, und ich konnte meine neue GoPro unter Realbedingungen testen. Ein paar Impressionen gibt’s hier…

Post-mallorquinische Belastungsstörung

Wo sind meine belgischen Freunde?

Leider hatte ich es ein wenig befürchtet. Der Einstieg nach dieser Woche Mallorca könnte schwierig werden. Aber diese Woche… war wirklich scheiße!

In erster Linie war es die Arbeit, die tierisch gestresst und genervt hat. Projekte und ToDos, als ginge es um Leben und Tod. Scheinbar alles und jeder hatte sich gegen mich verschworen. Dazu dann die übliche Flut an Mails, Mails und Mails.

Die Sehnsucht nach der Speedgruppe wuchs stündlich und so bin ich schon am Mittwoch morgen zu einem Flucht-Training aufgebrochen. 120km sollten wohl kein Problem sein. Aber es lief ganz und gar nicht. Wir hatten 4 Grad und tierisch Wind aus Nord-Ost. Zudem war ich zu dünn angezogen. Das Rad lief auch nicht. Und überhaupt, ich war alles andere als locker. Kein Fast Train, dafür Beine aus Gummi und Frust.

Nach nur 7,7km hab ich abgedreht und bin zum Rasenmähen in den Garten.

Aber es kamen weitere Tiefschläge. Die Auslieferung meines Mountainbikes (bestellt im Dezember) wird sich womöglich bis in den Juni verzögern. Und das nur, weil diese verdammte XTR-Kurbel nicht da ist. Und das nur, weil es in der Shimano-Fabrik gebrannt hat. Damit steht das ganze Canada-Projekt auf der Kippe- denn so fix bekommt man kein anderes Rad.

Und dann fallen wir die Worte meines alten Profs ein, der in der Arktis Eisbären filmen wollte.
Ungeduld hilft nicht, Geduld auch nicht.

Noch 150 Tage

Seit meiner Anmeldung im Oktober ist nun einiges Wasser die Elbe runtergelaufen und der Countdown zählt die Tage fleißig Richtung Null.

Das Projekt BC Bike Race wird nach und nach schärfer vor meinem inneren Auge und es stellt sich das Gefühl ein, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Was hat sich also bisher getan?
Erstmal hab ich ein neues Rad bestellt. Dann habe ich regelmäßiges Training in den Alltag eingebaut – im Januar immerhin knapp 700km. Auch wenn es nicht ganz leicht fällt, mich vom Marathonlaufen zu verabschieden.
Um das Wintertraining etwas zu versüßen, habe ich schon mal eine Woche Rennstall auf Mallorca gebucht. Zur Mandelblüte über die leere Insel zu zischen, ist einfach nur traumhaft. Die fehlenden Höhenmeter kann ich dann auch nachholen.
Ja und dann habe ich mit STEVENS einen „Sponsor“ gefunden, das freut mich besonders.

Meine größte Sorge, als einziger Deutscher anzutreten, hat sich nicht bestätigt. Ich habe zwei Jungs aus Gummersbach gefunden, die genauso verrückt sein müssen wie ich.

Seit letzter Woche ist nun auch endlich die Reise an sich gebucht. Also Flüge, Camper und ein bisschen drumherum. Wir wollen ja nach dem Rennen auch noch Familienurlaub machen. Es gibt noch viel zu tun, aber es bleibt definitiv spannend.
Keep on riding!

Vancouver calling!

Eine E-Mail und ihre Geschichte -Im Frühjahr hatte ich den ROSE-Katalog in der Post und ein paar Wochen später auf dem Schoß. Ich blätterte durch die neuesten Bike-Trends und blieb durch Zufall an einer Reportage über besondere Highlights hängen.

Schöne Bilder. Viel Wasser, hohe Wälder und Trails (also quasi nur Trails). Ein Bericht über das BCBR, das British Columbia Bike Race. Ein 7-Tage-Rennen im Westen Canadas, der Wiege des MTB-Sports. Der Autor war zu beneiden, denn ich war sofort angefixed.

Als die Registration für 2019 eröffnet wurde, war ich leider etwas zögerlich, so dass ich mich nur auf der Warteliste verewigen konnte. Und vorgestern ebendiese Mail von Moniera. Ich habe einen Startplatz. Yeaaah!

Schlappe 3.600 CAD später gibt es kein zurück mehr.
The Ultimate Singletrack Experience is coming. 🙂
www.bcbikerace.com