Generalprobe verkackt

Und trotzdem viel gelernt.

Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

Ein Mountainbike-Marathon mit einer Strecke von 70km und 1.800hm sollte doch machbar und die beste Möglichkeit sein, seine – also meine – aktuelle Form zu testen.

Vorgestellt hatte ich mir eine Platzierung unter den ersten 15. Als dann Punkt neun der Startschuss fiel, wurde ich im Wortsinn schnell eines Besseren belehrt.
Sobald wir die Stadionrunde hinter uns hatten, ging es mit hohen Tempo los. Die ersten Kilometer mussten wir gnadenlos hoch, hoch und weiter hoch. Die Böden waren schön aufgeweicht und die Temperatur lag bei 1 oder 2 Grad. Die Jungs um mich herum schien das nicht zu stören. Mir aber war kalt, sehr kalt. Ich brauche immer ca. eine Halbe-/Dreiviertelstunde, bis die Aggregate einigermaßen hochgefahren sind. Dafür war es heute definitiv zu spät. Gefühlt alle fuhren an mir vorbei- das war echt grausam. Eine weitere Tatsache war, dass ich zu wenig gefrühstückt hatte und der Magen schon jetzt rebellierte. Als Ergebnis fühlten sich meine Beine wie Gummi an.

Was passierte hier? Wo war der ganze Druck hin?

Nach der ersten Schiebepassage hoch zum Steinbergsee fühlte ich mich so gedemütigt, dass ich kurz vorm Aufhören war. Der Puls kam einfach nicht zur Ruhe und mir war kotzübel. Zum Glück kamen dann ein paar mörderisch geniale Abfahrten und ich konnte wieder einige Plätze gutmachen. Nichtsdestotrotz blieb es dabei, dass ich immer wieder von hinten überrollt wurde.
Es folgten lange leicht ansteigende Ziehwege und so langsam wurde ich wärmer. Die Strecke war im Prinzip traumhaft und genau mein Ding, aber es wollte sich kein Flow einstellen. Und immer wieder Schnee…

Das alles erinnerte mich an die Amateurrennen in den Neunzigern. Eine hohe Leistungsdichte und jede Menge Geballer. Klar, es waren ja auch viele Lizenzfahrer am Start. Aber so eine Diskrepanz. Boah..

Halbwegs würdevoll habe ich es nach 35km zurück ins Ziel geschafft. Als der Stadionsprecher meinen Namen mit der Ankündigung ausrief, dass ich nun auf die zweite Runde gehen würde, bin ich einfach rechts rausgefahren und direkt zur Dusche. 😉
Nicht mit mir. Nicht heute. Im Nachhinein hab ich es ein bisschen bereut. Irgendwie hab ich schon gekniffen und irgendwie war ich zum Schluss ja doch warm. Jetzt weiß ich aber, welche Hausaufgaben noch zu tun sind.

Das Rennen hatte aber auch was Positives. Ich konnte auf wunderbarem Material fahren (Danke Olaf again) und weiß jetzt, dass dieser Bike-Typ für Kanada perfekt sein wird. Vor allem bergrunter war ich vielen anderen überlegen und konnte mich voll auf Reifen, Dämpfer und Bremsen verlassen. Ein völlig neues Erlebnis. Für die Kollegen mit ihren Sechseinhalb-Kilo-Hardtails war die Strecke jedenfalls nix. 🙂

Ach ja, und ich konnte meine neue GoPro unter Realbedingungen testen. Ein paar Impressionen gibt’s hier…

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